Kartoffeln: Qualität beginnt mit der Pflanzung

23. März 2012

Durch verfrühte Pflanzung von Lagerkartoffeln werden grosse finanzielle Verluste auf allen Stufen verursacht. Auch wenn die Pflanzung von Frühsorten bereits begonnen hat, sollte mit den Lagersorten noch zugewartet werden. Im Zweifelsfall ist der Pflanzzeitpunkt mit dem Abnehmer abzusprechen.

Die ersten Frühkartoffeln der Saison 2012 sind bereits gepflanzt. Noch aber ist die Ernte 2011 noch nicht bewältigt, insbesondere bei den festkochenden Sorten lassen die Qualitäten zu wünschen übrig. Die Lagerausfälle sind zunehmend ein Problem und verursachen auf allen Stufen grosse Verluste.

Zum einen wurden viele Speisekartoffeln im Produzentenlager übernommen, so dass der Produzent entsprechend für die schlechte Auslagerungsqualität Preiseinbussen in Kauf nehmen muss. Zum anderen verursachen die seit letztem Herbst in Kühlern eingelagerten Kartoffeln auch für den Lagerhalter Kosten, die er mit schlechten Qualitäten nicht wieder kompensieren kann.

Zu frühe Pflanzung bewirkt schnellere Alterung
Die Ursachen für die Probleme in der Lagerfähigkeit sind vielfältig. Einige lassen sich nicht oder nur begrenzt beeinflussen, so etwa die Wachstumsbedingungen, Krankheitsdruck etc. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Faktoren, welche der Produzent direkt selbst beeinflussen kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Pflanzzeitpunkt eine wesentliche Rolle spielt. Sehr früh gepflanzte Kartoffeln, insbesondere festkochende Sorten wie Charlotte, Ditta und Gourmandine, sind weniger lange lagerfähig als später gepflanzte. Auch wenn diese bei der Ernte oft noch gut aussehen, sind sie doch physiologisch älter und werden entsprechend früher müde und keimen eher aus.

Mit der Pflanzung von Lagersorten noch zuwarten
Aus diesem Grund sind die Produzenten aufgerufen, mit der Pflanzung von Lagersorten unbedingt noch zuzuwarten. Die Abgabe von allgemein gültigen Empfehlungen für den Pflanzzeitpunkt ist allerdings schwierig, sind doch die Böden und Regionen sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen lohnt es sich jedoch, Geduld zu üben. Die Einlagerung von Lagersorten beginnt nicht vor dem ersten September, so dass eine zu frühe Pflanzung keinen Vorteil bei der Abgabe bringt. Nimmt man bei den festkochenden Sorten eine Vegetationsdauer von rund 100 Tagen und rechnet noch ca. 3 Wochen bis zur Schalenfestigkeit dazu, kommt man zum Schluss, dass eine Pflanzung Ende April bei normalem Witterungsverlauf noch früh genug sein müsste. Im
Zweifelsfall sind die Produzenten gut beraten, bereits vor der Pflanzung mit dem Abnehmer Rücksprache zu nehmen, da dieser in der Regel auch den geplanten Vermarktungszeitpunkt
kennt.

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